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	<title>China - Ein Land hat 10.000 Gesichter</title>
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	<description>“Ich will Menschen treffen, herausfinden wie unterschiedlich sie sind und doch wie gleich” (MacGyver)</description>
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		<title>Wege zum Gl&#252;ck?</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Jan 2011 16:52:34 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Gefühle Chinas]]></category>

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		<description><![CDATA[Beijing f&#252;hlt sich nun anders an. Die kleinen oder gro&#223;en Ver&#228;nderungen &#8211; zwei U-Bahn-Linien neu er&#246;ffnet, Preise gestiegen und manch befreundete Dissidenten stehen nicht mehr unter Hausarrest &#8211; sind es nicht. Ich bin auf dem Weg zur&#252;ck nach Deutschland. China wird mich irgendwie begleiten, das beruhigt. Und doch muss ich vieles zur&#252;cklassen, vor allem Freunde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beijing f&#252;hlt sich nun anders an. Die kleinen oder gro&#223;en Ver&#228;nderungen &#8211; zwei U-Bahn-Linien neu er&#246;ffnet, Preise gestiegen und manch befreundete Dissidenten stehen nicht mehr unter Hausarrest &#8211; sind es nicht. </p>
<p>Ich bin auf dem Weg zur&#252;ck nach Deutschland. China wird mich irgendwie begleiten, das beruhigt. Und doch muss ich vieles zur&#252;cklassen, vor allem Freunde und Bekannte und auch den Alltag, der Rahmen und Orientierung war. </p>
<p>Meine Vermieterin, Mitte 40, modisch gekleidet, zupackend und geplagt mit einem am Aktienmarkt zockenden Vater, erz&#228;hlt mir warum sie froh ist, dass sich ihr Sohn endlich von seiner Freundin getrennt hat. Das M&#228;dchen war nicht t&#252;chtig, sagt sie. Es wohnte bei ihnen, schlief lange, ging kaum zur Arbeit und half ihr, der Mutter, noch nicht mal im Haushalt. &#8220;Wenn sie morgens aufgestanden w&#228;re, mit mir einkaufen gegangen und dann gekocht h&#228;tte, h&#228;tte sie sich ja nachmittags wieder hinlegen k&#246;nnen&#8221;, meint meine Vermieterin. Ich wei&#223; nicht ob ich das sehr tolerant oder sehr traurig oder auch sehr merkw&#252;rdig finden soll. </p>
<p><span id="more-220"></span></p>
<p>Aber vor allem w&#228;re das M&#228;dchen und ihre Familie doch eine unheimliche Belastung geworden, sie komme ja vom Land und habe fast nichts. &#8220;Da h&#228;tte sie meinen Sohn doch bestimmt immer um Geld f&#252;r ihre Familie angepumpt&#8221;, meint sie. Zu gro&#223;e Statusunterschiede br&#228;chten nur &#196;rger. Und zudem sie sie auch noch kr&#228;nklich gewesen, wer wei&#223; ob sie &#252;berhaupt einen Enkel zur Welt h&#228;tte bringen k&#246;nnen. &#8220;Und ich habe doch nur den einen Sohn&#8221;, schlie&#223;t meine Vermieterin ihren Vortrag und schaut mich zufrieden an. Ich wei&#223; nicht was ich dazu sagen soll. Also sage ich nichts. </p>
<p>Heute lese ich eine Umfrage, dem <a href="http://eladies.sina.com.cn/qg/2011/0121/13491048242.shtml">&#8220;Wei&#223;buch einer Umfrage &#252;ber Gl&#252;cksrelationen unter Chinas Frauen 2010&#8243;</a> dass 60 Prozent der befragten Frauen meinen, dass der Besitz einer Eigentumswohnung entscheidend zum Gl&#252;ck ist.  Und 70 Prozent der Interviewpartnerinnen sind der Ansicht, dass Gl&#252;ck in der Ehe haupts&#228;chlich davon abh&#228;ngt ob man sich an den anderen anlehnen &#8211; abh&#228;ngig machen ist die wortw&#246;rtliche Beschreibung &#8211; kann. Das sind keine neuen oder &#252;berraschenden Ergebnisse. Ein chinesischer Freund, der nach einer gescheiterten Ehe schon seit l&#228;ngerem wieder auf der Suche nach einer neuen Partnerin ist, findet das nicht nur normal, sondern auch verst&#228;ndlich. Auch seine geschiedenen oder noch nicht verheirateten Freunde w&#252;rden dies so sehen, sagt er. Ich schaue ihn fragend an. Die chinesische Gesellschaft sei in jeder Hinsicht so unsicher, meint der Freund, Mitte 30, so dass gerade f&#252;r Frauen eine materielle Absicherung als einziger Ausweg und Garant f&#252;r Gl&#252;ck erscheint. Und auch die Eltern beider Geschlechter machen einem jungen Paar oft genau dies mit entsprechenden Anforderungen klar. Sie sehen die aufgebl&#228;hten Immobilienpreise, das mangelnde soziale Sicherungsnetz und die fragile Wirtschaftsstruktur. Sie wollen, dass es ihren Kindern gut geht und wollen oder m&#252;ssen sich auch darauf verlassen, dass ihre Kinder sie sp&#228;ter versorgen oder zumindest unterst&#252;tzen. </p>
<p>Dass durch diese rauen sozialer Bedingungen  aber auch ideelle Werte aufgesaugt oder aufgegeben worden sind, beklagt der Freund durchaus auch. &#8220;Aber was bleibt einem dann &#252;brig&#8221;, fragt er. Dass jeder aber egal wie widrig die Bedingungen sind immer noch eine Wahl hat nach welchen Prinzipien er leben m&#246;chte und er mit dieser Wahl auch selbstverantwortlich umgehen muss, diesen Satz verkneife ich mir. Er klingt abgehoben und fast brutal. Aber ich denke ihn. Und ich bin sehr dankbar, dass dies in z.B. der deutschen Gesellschaft f&#252;r viele Menschen sehr viel leichter ist als in der chinesischen. In der Generation meiner Eltern war das Modell &#8220;materielle Abh&#228;ngigkeit gegen heimische Gestaltung&#8221; ja auch noch Gang und gebe. Auch wenn die Motive vermutlich andere waren als in der heutigen chinesischen Gesellschaft. Eine andere deutsche Freundin sagt mir sie wolle gerne einen Mann finden, der materiell f&#252;r sie sorgt denn arbeiten sei ja schlie&#223;lich sehr anstrengend. Jeder wie er m&#246;chte. </p>
<p>Die Frage der Werte, ihre Urspr&#252;nge, Begr&#252;ndungen und Rolle in einer sich so schnell wandelnden und so widerspr&#252;chlich entwickelnden Gesellschaft wie China, damit m&#246;chte ich mich in Zukunft intensiver besch&#228;ftigen. Aus meiner Sicht ist es die zentrale Herausforderung der Volksrepublik.</p>
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		<title>Gef&#252;hle Chinas (6): Von alten und neuen Gesichtern</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 16:15:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gefühle Chinas]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Dissidenten]]></category>
		<category><![CDATA[Gesichter]]></category>
		<category><![CDATA[Liu Xiaobo]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass der Monat Oktober hier nicht durch Geschichten ausgef&#252;llt worden ist, ist sehr schade. Nicht, dass ich keine geschrieben h&#228;tte f&#252;r die Zeitungen. Aber viele der dazugeh&#246;rigen Gesichter wollte oder konnte ich nicht loslassen. Sie auf Papier festzuhalten oder in virtuellen Weiten zu entlassen schien mir unpassend. Denn diese Gesichter, sie geh&#246;ren engagierten chinesischen B&#252;rgern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass der Monat Oktober hier nicht durch Geschichten ausgef&#252;llt worden ist, ist sehr schade. Nicht, dass ich keine geschrieben h&#228;tte f&#252;r die Zeitungen. Aber viele der dazugeh&#246;rigen Gesichter wollte oder konnte ich nicht loslassen. Sie auf Papier festzuhalten oder in virtuellen Weiten zu entlassen schien mir unpassend. Denn diese Gesichter, sie geh&#246;ren engagierten chinesischen B&#252;rgern f&#252;r Freiheit und Gerechtigkeit in ihrem Land. Und viele von ihnen konnte ich in den letzten Wochen nicht sehen, manche Stimmen nicht h&#246;ren oder gar manche Gedanken nicht lesen. Denn die chinesische Regierung hat sie als Reaktion auf die Vergabe des Friedensnobelpreises an den chinesischen Publizisten Liu Xiaobo unter Hausarrest gestellt, ihnen das Telefon gesperrt, das Internet gekappt, sie festgenommen oder aus Peking vertrieben. Manche innerhalb der chinesische F&#252;hrung haben Angst vor ihnen. </p>
<p>Ich wei&#223; nicht wie es ihnen geht. Ich kann nichts f&#252;r sie tun. Manchmal erscheinen mir ihre Gesichter verschwommen. Das macht mich traurig. Doch aus den Gedanken an sie steigen neue Gesichter auf, Gesichter eines neuen China, eines freieren, eines gerechteren Chinas und der Chinesen, die in diesem Land leben werden. Bald. Auch sie. Alle. Das hoffe und glaube ich.</p>
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		<title>Gef&#252;hle Chinas (5): Von Tr&#228;nen und Seiten</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 15:24:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gefühle Chinas]]></category>
		<category><![CDATA[China Tibet Student]]></category>

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		<description><![CDATA[Der tibetische Student hat mal wieder angerufen. Ihn hatte ich mit meinem Kollegen Georg Blume, im M&#228;rz 2008 in Lanzhou, Provinz Gansu kennen gelernt. Er studierte damals Chinesisch und Englisch. Er wollte Dolmetscher werden. Er war Mitglied der kommunistischen Partei. Ein gro&#223;er, schlanker junger Mann mit Augen wie Kohlen und widerspenstigem, dickem schwarzen Haar, mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der tibetische Student hat mal wieder angerufen. Ihn hatte ich mit meinem Kollegen Georg Blume, im M&#228;rz 2008 in Lanzhou, Provinz Gansu kennen gelernt. Er studierte damals Chinesisch und Englisch. Er wollte Dolmetscher werden. Er war Mitglied der kommunistischen Partei. Ein gro&#223;er, schlanker junger Mann mit Augen wie Kohlen und widerspenstigem, dickem schwarzen Haar, mit feinen H&#228;nden und sch&#252;chternem Blick. Er sprach flie&#223;end Putonghua (Hoch-Chinesisch), aber mit starkem tibetischem Akzent. Er redete offen mit uns &#252;ber die Trauerfeiern an der Uni, dar&#252;ber, dass er sich Propagandafilme der Regierung ansehen musste, die ihn traurig machten. Er dachte er k&#246;nnte Tibeter und Chinese zugleich sein. Ein Br&#252;ckenbauer gar. Dann h&#246;rte er einen Anruf eines anderen jungen Tibeters in einem tibetischen Kloster mit. Danach hatte er Tr&#228;nen in den Augen. Er wusste er konnte nicht mehr so einfach Chinese und Tibeter sein. </p>
<p><span id="more-213"></span></p>
<p>Im letzten Jahr bestand er seine Abschlusspr&#252;fungen alle gut. Doch f&#252;r das Abschlusszeugnis musste er noch die Geb&#252;hren der letzten beiden Semester bezahlen. Sein Vater war lange tot, Geschwister hat er keine. Die Mutter war schwerkrank, sie brauchte Geld f&#252;r eine Operation. Er war verzweifelt. Er fuhr zu der Mutter nach Hause und bereitete sich auf die Magisterpr&#252;fung vor. Mehr wissen, mehr verstehen, und die Sprachen, besonders Englisch als Tor zur Welt. Aber nur geistig &#8211; denn er wollte Lehrer werden in seinem Dorf. Damit sich auch dort den Kindern mit Wissen eine Welt erschlie&#223;t. Die schriftlichen Pr&#252;fungen an der Universit&#228;t in Lanzhou bestand er, doch bei der m&#252;ndlichen Pr&#252;fung fiel er durch. &#8220;Die wollen wohl keine Tibeter, so war mein Gef&#252;hl&#8221;, sagte er. Und er sagte das sehr langsam und sehr traurig. Er h&#228;tte es wohl lieber nicht gesagt. Oder nicht sagen m&#252;ssen. </p>
<p>Wir telefonierten immer mal wieder w&#228;hrend all der Zeit. Heute schickte er eine SMS, ich rief zur&#252;ck. Er sei nun in Lhasa, sagte er. Zum Studieren, fragte ich. Nein, zum Arbeiten, sagte er. Er hat die Pr&#252;fungen f&#252;r einen Posten bei dem st&#228;dtischen B&#252;ro f&#252;r &#246;ffentliche Sicherheit bestanden. Nun k&#228;men erst drei Monate Milit&#228;rtraining, dann ginge es mit der Arbeit los. Die meisten der Fragen, die mir nun durch den Kopf schie&#223;en, kann ich ihn am Telefon nicht fragen. Denn das Gespr&#228;ch wird vielleicht mitgeh&#246;rt. &#8220;Willst Du denn nicht mehr weiterstudieren?&#8221;, frage ich schlie&#223;lich. &#8220;Doch&#8230;&#8221;, sagt er, &#8220;das bleibt mein Traum. Aber ich brauche Geld, meine Mutter ist alt, sie macht sich Sorgen&#8230;.&#8221; Ich glaube er hat verstanden was ich ihn fragen wollte. Dass er seine Tr&#228;nen nicht vergessen soll, die Tr&#228;nen von damals. Denn sonst steht er vielleicht irgendwann seinen Landsleuten gegen&#252;ber, vielleicht mit einem Kn&#252;ppel. Dann w&#228;re er endg&#252;ltig auf der falschen Seite, weder Chinese noch Tibeter, sondern nur noch Tr&#228;ger der Macht. Er lacht zum Schluss. &#8220;Ich bleibe hier nicht ewig, ein paar Jahre&#8230;&#8221; Er spricht Chinesisch immer noch mit starkem Akzent. Ich hoffe das bleibt so.</p>
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		<title>Gesichter Chinas (7): ein Parkplatzaufseher</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 15:04:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesichter Chinas]]></category>
		<category><![CDATA[Autos]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[Parkplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Reiche]]></category>

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		<description><![CDATA[Kr&#228;ftige Gestalt, gerader Blick, so kommt mir einer der Parkplatzaufseher vor dem Landmark Tower im Osten Pekings entgegen. Er tr&#228;gt ein Fahrrad mit Elektromotor und stellt es neben einer Vespa und vor einem Schild &#8220;Abstellen von Fahrr&#228;dern verboten&#8221; ab. Das Gef&#228;hrt &#8211; vermutlich gilt es gar nicht als Fahrrad &#8211; ist mit einer dicken Motorradkette [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kr&#228;ftige Gestalt, gerader Blick, so kommt mir einer der Parkplatzaufseher vor dem Landmark Tower im Osten Pekings entgegen. Er tr&#228;gt ein Fahrrad mit Elektromotor und stellt es neben einer Vespa und vor einem Schild &#8220;Abstellen von Fahrr&#228;dern verboten&#8221; ab. Das Gef&#228;hrt &#8211; vermutlich gilt es gar nicht als Fahrrad &#8211; ist mit einer dicken Motorradkette abgeschlossen. Deshalb tr&#228;gt der Mann Anfang 50 im Blaumann mit der Igelfrisur es wohl. Hier vor dem Landmark Tower stehen nur Autos, meist dicke und meist schwarze Autos. Schon klar, dass man hier keine Fahrr&#228;der haben will. Meines ist nun einfach weg, verschwunden.</p>
<p><span id="more-212"></span></p>
<p>Ich hatte es wie all die Male davor genau vor dem Schild &#8220;Abstellen von Fahrr&#228;dern verboten&#8221; abgestellt. Dort standen meistens auch schon andere Fahrr&#228;der. Vielleicht auch von ihren Besitzern aus Trotz dahingestellt. Jedenfalls war es bei mir so. Keine Fahrr&#228;der neben den dicken Autos, weil Fahrr&#228;der nicht so schick sind &#8211; ihr k&#246;nnt mich mal. Aber jetzt ist mein Fahrrad weg. &#8220;Dein Rad steht bei uns im kleinen Abstellraum&#8221;, sagt der Mann ruhig. Er stellt das E-Bike ab und deutet stumm auf das Schild. &#8220;Ja, das war nicht richtig von mir&#8221;, sage ich, &#8220;aber ich sehe wirklich nicht ein warum man hier keine Fahrr&#228;der abstellen darf&#8221;. Der Mann dreht sich um, schlurft Richtung eines Nebengeb&#228;udes. Ich folge ihm. Er bleibt stehen, wartet auf mich. Er f&#228;hrt sich &#252;ber das Kinn, mustert mich, schaut auf den Boden und verschr&#228;nkt die H&#228;nde hinter dem R&#252;cken. </p>
<p>&#8220;Ich mache das hier seit Jahren und frage mich das immer noch&#8230;.&#8221;, sagt er. &#8220;Nicht mal Platz f&#252;r Menschen, die &#246;kologisch leben wollen, ist hier&#8221;, redet er weiter, w&#228;hrend er sich wieder in Bewegung gesetzt hat. &#8220;Die werden hier verdr&#228;ngt&#8230;&#8221;. Vor dem Geb&#228;ude, offensichtlich auch Herberge des besagten Abstellraums bleibt er kurz stehen. &#8220;Die da oben, die waren einmal hier und taten ganz entsetzt, dass hier so viele Fahrr&#228;der standen&#8221;, sagt der Parkplatzaufseher. &#8220;Das ginge doch nicht. Seitdem gibt es diese Schilder&#8221;. Er geht in das Geb&#228;ude hinein und kommt wenig sp&#228;ter mit meinem Fahrrad heraus. Er schaut mir in die Augen. Seine Kaumuskeln bewegen sich. Wieder f&#228;hrt er sich mit der Hand &#252;ber das Kinn. Er richtet sich gerade auf. &#8220;Woher kommst Du?, fragt er. Auf meine Antwort nickt er. &#8220;Fahr langsam&#8221;, sagt er. Das tue ich dann &#8211; in Gedanken verbunden mit dem Parkplatzw&#228;chter. Arrogante Idiotie gemeinsam bek&#228;mpfen. Das tut gut. </p>
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		<title>Zur&#252;ck zum Ursprung &#8211; 10.000 Gesichter</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 14:41:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenblicke Chinas]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Gesichter]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Porträts]]></category>
		<category><![CDATA[Skizzen]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal muss man sich von etwas entfernen, um ihm wieder nahezukommen. Kein kluger Spruch, sondern bittere Erfahrung. Mein Blog ist zu einer Ansammlung von Zeitungsartikeln geworden. Dabei wollte ich &#8211; &#252;ber Nachrichtliches und Aktuelles hinaus &#8211; von Menschen erz&#228;hlen, wie sie mir begegnet sind, woran sie mich teilhaben lassen, womit sie mich ber&#252;hrt und was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal muss man sich von etwas entfernen, um ihm wieder nahezukommen. Kein kluger Spruch, sondern bittere Erfahrung. Mein Blog ist zu einer Ansammlung von Zeitungsartikeln geworden. Dabei wollte ich &#8211; &#252;ber Nachrichtliches und Aktuelles hinaus &#8211; von Menschen erz&#228;hlen, wie sie mir begegnet sind, woran sie mich teilhaben lassen, womit sie mich ber&#252;hrt und was sie mir erz&#228;hlt haben. </p>
<p><a href="http://kristin-kupfer.de/wp-content/uploads/2010/09/Bauern-und-KK.jpg"><img src="http://kristin-kupfer.de/wp-content/uploads/2010/09/Bauern-und-KK-300x200.jpg" alt="" title="In Gansu im Dorf vor der W&#252;ste" width="300" height="200" class="alignleft size-medium wp-image-209" /></a></p>
<p>Ohne &#8220;Nachrichtenwert&#8221;, einfach als Stein im Lebensmosaik. Manchmal habe ich kein Foto von Menschen, denen ich begegnen durfte. Dann hoffe ich, dass meine Beschreibung sie ein wenig lebendig werden l&#228;sst. Also ein neuer Versuch. </p>
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